UNSER BOOTSBAU

VORWORT

 

Ich bin auf dem Lande zwischen Fuhrwerken, Treckern, Maschinen etc. groß geworden.

 

Als Jugendliche haben wir von Schrottplätzen Mopeds und Motorräder zusammengesucht und zum Laufen gebracht.

Mit 15 Jahren startete ich eine Ausbildung zum Elektriker. Dabei habe ich Sanitär-Installation gleich mit erlernt. Anschließend in die Elektronik und Elektrotechnik. Jahrelang alte Mercedesse restauriert einschließlich Motorüberholungen und manchmal in einer benachbarten Tischlerei ausgeholfen.

 

Kurzum:

Technik macht mir keine Angst sondern bereitet mir große Freude. Also eine ideale Grundlage dafür, eine Yacht selbst zu bauen ... .

EIN BOOT "VON DER STANGE" WOLLTEN WIR NICHT!

 

In mehr als 20 Jahren habe/n ich/wir praktisch keine einzige Bootsmesse in Hamburg und Düsseldorf ausgelassen. Boot rauf, Boot runter. Irgendwie hat uns keines wirklich gefallen. Entweder nicht nach unserem Sicherheits- und Ausstattungs-

empfinden, oder aber viel zu teuer.

 

An eine "Gebrauchte"

haben wir uns nicht ran getraut. Zuviel schlechte Dinge gehört. (Heute denke ich anders darüber).

 

Also was dann?

Bleibt nur noch ein Weg offen: SELBER BAUEN!

 

Gesagt getan.

Konstrukteur ausgewählt, Vertrag geschlossen, Halle gemietet - und los ging es.

 

46 Fuss - Decksalon, Center-Cockpit (DS-CC), Sloop-Takelung 9/10 Rig ...

 

So sollte es mal werden

DIE EINZELNEN BAUABSCHNITTE

DANN KAM DER ABBRUCH

Ein schlimmer Moment in meinem Leben!

 

Ich habe die Arbeit am Boot mehr als genossen. Es war ein wunderbarer Ausgleich zu meinem recht stressigen Job, den ich aber auch sehr geliebt habe. Wir hatten immensen Spaß und uns täglich über die Fortschritte riesig gefreut.

 

Bis: Ende September 2006, den genauen Tag weis ich nicht mehr, lies mich mein Hausarzt mit Blaulicht ins Krankenhaus fahren. Zuvor jagte bereits ein Schiksalsschlag den Anderen.

 

Ich hatte einen Herzinfarkt! Weil rechtzeitig behandelt, habe ich ihn soweit recht gut überstanden. OK, dachte ich - nochmal Glück gehabt - aber ein deutliches Zeichen!

 

Doch die Hiobsbotschaften wollten nicht enden:

 

Bei den folgenden Laminierarbeiten (Epoxie) machte mein Bootsbauer einen folgenschweren Fehler: Seine Schutzkleidung hatte er an den Armen nicht komplett geschlossen. Er bekam etwas Epoxi auf die Haut. Er entfernte es nicht richtig. Es juckte ihn und er kratzte. Ein fataler Fehler! Ab dem Zeitpunkt reagierte sein Körper stark allergisch auf das Material. Er konnte so nicht weiter arbeiten.

 

Dann wurde mir mitgeteilt, das die Halle, die seit rund 15 Jahren leer stand, nun plötzlich an einen Konzern verkauft wurde. Wir mussten raus. Eine Halle in der näheren Umgebung mit einem 5m weiten Tor haben wir nicht gefunden.

 

Dann erkrankten meine Eltern so schwer, dass sie lange im Krankenhaus lagen und anschließend jedoch beide nach weiterem langem Leiden kurz hintereinander verstarben. Zwischenzeitlich verstarben auch noch mehrere guter Freunde, im Abstand weniger Monate. Weitere Familienangehörige erkrankten schwer. Und, als dann auch noch meine Tochter durch einen schweren Verkehrsunfall beinahe ihr Leben verlohr, hat es mir buchstäblich die Beine unter dem Hintern weg gezogen, was einen mehrmonatigen Aufenthalt in einer speziellen Rehaklinik nach sich zog.

 

Der Traum meine "Traumyacht" selbst zu bauen war ausgeträumt!

Schütze die Meere!

 

Wirf kein Plastik und

sonstigen Abfall hinein.

 

 

 

 

 

 

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© Martin Plassonke