04.07. - 07.07.2014

AUSZEIT IN DARTMOUTH!

 

... wen wundert's, dass der Dart der Qeen gehört?!

 

Auch die berühmte Schriftstellerin Agatha Christie pflegte hier zu wohnen.

Das einem eine schlechte Wetterlage mal gut tut hätte ich nicht zu glauben vermocht. Hier war es jedoch wirklich zutreffend.

 

Es hatte sich eine ausgeprägte Müdigkeit bei mir eingeschlichen, die es zu überwinden galt. So kam mir die für mehrere Tage angekündigte Schlechtwetterfront, trotz unbändigem Drang die Biskaya überqueren zu wollen, gerade recht.

 

"Nur noch schlafen", meldeten sich Körper und Geist zu Wort. Brav folgte ich diesem Ruf und schmiss mich gleich nach dem Frühstück wieder in die Federn, um mich einmal so richtig auszupennen.

 

Das rege An- und Ablegen der vielen Boote um uns herum habe ich nicht mehr mitbekommen, was bei mir schon einiges zu bedeuten hat. Ich war zwar schon wieder auf, doch erst als am späten Nachmittag eine Yacht aus Holland im Päckchen an uns festmachen wollte, wurde ich so richtig wach.

 

Es war ein Poltern als wäre eine Büffelherde im Anmarsch. Eines der Crewmitglieder war über unser Deck klabauter, weis der Teufel wie er an Bord gekommen ist. Von Deck zu Deck jedenfalls nicht, denn die Dreckspur seiner Schuhe führte von Steuerbord nach Backbord.

 

Der Skipper kämpfte schier verzweifelt mit den nicht vorhandenen schlechten Anlegebedingungen.

 

Es war nur eine Leine vorbereitet, nur zwei Fender waren - an unpassender Stelle - ausgebracht. Drei der neben dem Skipper noch an Bord befindlichen Crewmitglieder standen rat- und tatenlos an Deck.

 

Mein Weckruf fand zumindest bei einem Mitglied Gehör. Er nam tatsächlich die Heckleine zur Hand, die er an der eigenen Klampe befestigte und dann dem bei uns an Bord befindlichem Kollegen zuwarf. Der dritte Wurf saß! Nach weiterem Ruf meinerseits wurden tatsächlich weitere Fender ausgebracht. 

 

Der Skipper kämpfte weiter mit Maschine und Bugstrahlruder gegen die nicht vorhandenen Strömung und Winddrift. Es wehte absolut kein Windchen und auch die Strömung stand in diesem Moment auf der Stelle. Nachdem ich ihn höflich darauf hinwieß, dass das Boot bereits sicher angeleint war, stellte er murrig seine Aktivität ein.

 

OK, Anlegemanöfer diese Art sind sicherlich nicht die Regel, kommen aber dennoch öfter vor als man denkt. Ein uns Rammen blieb dank unserer Unterstützung Weise aus. Als der Skipper dann noch meinte, ich hätte ihn bevormundet, ließ es mich dennoch weiter frohen Mutes die Ankömmlinge freundlich berüßen.

 

Der Kragen platzte mir erst, als Gregor mir großspurig einzureden versuchte, dass das Vorgehen der Gäste, 1. Ohne uns zu fragen, obwohl wir sichtlich anwesend waren, 2. Mit totalen Dreckschuhen wie Wilde an Bord zu kommen 3. Uns beinahe zu rammen, und dann auch noch große Klappe (nur der Skipper, die anderen stimmten mir zu), zu haben, absolut in Ordnung gewesen sei. Dieses weiter zu untermauern versuchte er dann mit den Worten: "Ich hätte mich ja nicht über Funk beim Hafenamt anmelden wollen", was erstens nicht stimmte und zweitens auch nicht erforderlich war, und drittens mit der Situation nicht das geringste zu tun hatte.

 

Meine Stimmung war plötzlich auf dem Nullpunkt. Beinahe hatte ich die vielen Macken und Kratzer die er in die Einrichtung gehauen hat vergessen. Ich war beinahe soweit den überkommenden Brecher vor Harwich zu vergesen, der sich in unserem Bootsinneren austobte, weil Gregor zum wiederholten Male vergessen hatte, das Schiebeluk zu schließen.
Ich war auch dabei, mich an das ewige Chaos, dass er überall dort hinterließ, wo er sich aufhielt und die ewigen Verknotungen der Angelleinen sowie die Beschickung des Kompasses mit seinen Ladegeräten, Laptop etc. zu gewöhnen.

 

Auch das er ohne mich zu fragen Fremden das Passwort unseres bordeigenen Netzwerkes gab. Noch kurz zuvor hatte ich ihn selbst gebeten, die ohnehin langsame Verbindung nicht mit seinen Geräten anzutasten, da ich selber einen großen Datenaustausch, Hompagebearbeitung etc. vor hatte. (Ich erspare mir an dieser Stelle weitere Einzelheiten).

 

Doch irgendwann ist Schluss. Irgendwann platzt dir einfach der Kragen. Und an diesem Tag war es soweit. Man war ich froh, als er sich aufmachte in der Stadt nach Mädeln ausschau zu halten und erst Mitten in der Nacht zurück kam.

 

Am nächsten Morgen hatte ich mich weitestgehend abgeregt, und wir begannen das Beste aus der Situation zu machen. Schließlich lag der gemeinsame Ritt über die Biskaya noch vor uns.

 

Ich möchte an dieser Stelle unbedingt festhalten, dass Gregor ein sehr hilfsbereiter, netter Mensch ist, der das Herz an der richtigen Stelle trägt.

Als Koch beispielsweise hätte er, wenn er lernt, seine Unordnung in den Griff zu bekommen, sicherlich eine große Zukunft zu erwarten. Habe selten so lecker und artenreich aus einer Bordküche gegessen.

 

Doch, lieber Gregor, und ich meine es wirklich gut mit dir, lass dir um deiner selbst und anderen Menschen Willen, folgendes sagen: "Bitte biete Dich niemandem mehr als alleiniges Crewmitglied an"! Über die Dinge die hier unablässlich sind, verfügst Du leider nicht!

Weltumsegler Wim und Nelly aus Holland

Wim und Nelly aus Holland.

 

Sie haben beinahe die ganze Welt bereist. Welch eine Freude sie zu treffen und Ihren Abenteuerberichten und Bildvorträgen zu lauschen bzw. zuzusehen.

 

DANKE

für die netten Stunden und die vielen Tipps!

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Rens und Nelly aus Holland

Rens und Kittie aus Holland

 

Sie fahren mein Traumboot - eine NAJAD.

 

Es war wirklich sehr nett mit Euch.

 

Hoffentlich habt Ihr demnächst weniger Pech mit der Technik!

Die Zeit verstrich wie im Fluge in diesem malerischen Ort ...

Bild (leider) mit dem Handy aufgenommen

 

Viel rumgekommen bin ich dieser Tage nicht.

Zu viel Blei hing mir immer noch an den Knochen.

 

Es erschien mir aber auch gar nicht nötig größere Exkursionen in Angriff zu nehmen, gab es hier doch genug zu sehen und zu erleben:

 

Ganescha lag in der besten Loge des Theaters. Niemand kam ungesehen an uns vorbei. Ob Land ein- oder aus. Umgeben von den Burgähnlichen Gebäuden kam ich mir vor wie ein Zöllner aus alten Zeiten. Leider hatte ich nicht wie die Jungs damals eine Kette zur Wegversperrung, so blieben die finanziellen Einnahmen leider aus.

 

Doch entlohnt wurde ich auf andere Weise: Mit wunderbaren Bildern, Eindrücken und vielen netten Kontakten, an denen dieser Standort einen kaum vorbei kommen ließ. Schnell entwickelte sich eine, ja beinaher "Familiaere Atmosphäre" unter der Seglergemeinde ...

WM Spiel Holland Camerun an Bord

Zittern um Holland!

 

Auch das geht gut unter Seglern:

 

Holländer und Deutsche zusammen bei einem Fußballspiel am Fernseher.

 

Nachdem wir wehemnt den Pa, wo wir zunächst zusammen das Spiel angeschaut hatten, wegen der Sperrstunde um 23:00 verlassen mussten. Da half es auch nichts, dass es hier um die Kleinigkeit eines WM-Spiels ging.

 

So zogen wir aus zu Ganescha um das Spiel weiter zu verfolgen.

 

Was für ein Spass. Wollten wir uns (Deutschland und Holland) doch noch im Endspiel sehen.

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© Martin Plassonke