09.08.2014 - MUROS

Von Finisterre nach Muros ca. 22 SM

 

Eigentlich wollten wir heute mal etwas früher aufbrechen.

 

Aus den Federn waren wir um 7:30 Uhr. Goofy schien noch nicht so unternehmensfreudig. Warscheinlich wusste er, was wir noch nicht wussten.  Der erste Blick aus dem Fenster brachte Klarheit - oder auch nicht. Denn ein weitreichender Blick wurde uns verwehrt.

 

Eine dicke Nebelsuppe hielt uns fest in ihrem Bann. Um 9:00 Uhr keine Besserung. Mit dem Hand-GPS tasteten wir uns im Dingi mittels Paddeln zum Ufer vor. Denn da kann kommen was will, an Bord pinkeln will Goofy einfach nicht.

 

Um 10:30 Uhr wieder zurück getastet. Erst gegen 11:00 Uhr leuchteten die ersten Sonnenstrahlen durch den Brei. Gegen 11:30 Uhr reichte der Blick für eine sichere Fahrt und wir lupften sogleich den Anker.

 

Auch dieses mal nur mit der Genua nahmen wir bei 10 Knoten Wind angenehme Fahrt auf. Die Temperaturen stiegen auf satte 25 Grad.

 

Am Leuchtfeuer von Finisterre vorbei frischte der Wind zunehmend auf - 15, 18 Knoten aus NW. Rauschefahrt unter Genua. Alles super.

 

Vor der Südspitze des Faro do Louro liegt unweit der Küste ein großes Riff - wer da pennt... gute Nacht! Wir haben es an seiner Ostseite passiert.

 

Unbedingte Vorsicht ist, wie praktisch überall an der spanischen (und portugisischen) Atlantikküste, wegen der vorkommenden Fischerbojen walten zu lassen! Doch diese Ecke hier hat es besonders in sich. Manche der Unmengen an Bojen bestehen nur aus einem dickeren Flaschenkorken!!!

 

Am Leuchtfeuer des Faro de Lauro frischte der Wind weiter auf. Da es nun hoch am Wind zu segen galt, haben wir das Großsegel ins 2. Reff aufgezogen und die Genua gegen die Kutterfock ausgetauscht. Eine gute Entscheidung, wie sich schon wenige Minuten später herausstellen sollte: 18, 20, 22 - in Spitzen bis 25 Knoten Wind... . Hoch an der Kante.

 

Nur rund 3 Stunden dauerte die Rauschefahrt über die Distanz von 22 SM. 

 

In der Bucht von Muros angekommen ließ der Wind so rasch wie er auffrischte wieder nach. Nach Bergen der Segel tasteten wir uns nun zwischen der Hafenmole und der Plattform einer ausgedienten Muschelzucht zu unserem in der Karte anvisierten Ankerplatz vor.

 

Über Funk teilten uns Dietmar und Katja, die schon früher eingelaufen waren, die örtlichen Verhältnisse mit. In ihrer unmittelbaren Nähe droppten wir den Anker. Wassertiefe 12 m. Dennoch, ein toller Platz! Rundum geschützt, super Kulisse. Mehr kann und darf man nicht erwarten.

Gleich am Nachmittag ging es auf (kurze) Erkundungstour. Ein wirklich schöner Ort dieses Muros. Eine sehr angenehme Hafenmole, mit Kinderspielplatz und allem, was Jung und Alt zusammen hält. Ohne Plastikmüll!!! Es geht doch!

 

Der nächste Tag brachte uns weiter in Verzückung. Das hiesige Angebot an frischem Fisch ließ einen beinahe gierig werden. Ein "Open Air Markt" mit Früchten, Wurst, Schinken Brot direkt vom Erzeuger - vom Allerfeinsten - direkt vor der "Haustür". Man was haben wir das hier genossen.

 

Am Abend wollten Dietmar und ich mal sehen, ober wir mit unseren Angeln das Angebot weiter toppen können - leider ohne Erfolg - an diesem Abend...

 

Morgen, Alterchen, da gehe ich jede Wette mit dir ein, fängt jeder von uns mindestens 10 Fische! Dietmar lachte lauthals. - Bereits nach ca. einer Stunde hatten wir "direkt vor der Haustür" 14 schöne Makrelen im Dingi. Dietmar gab gerne zu, dass ich die Wette gewonnen hatte. Auch wenn wir "erst 14 Stück" gelandet hatten. Aber da uns unsere Frauen zum Essen riefen, mussten wir (brave Jungs) aufhören.

 

Was für ein Tag! Der aber so schnell nicht enden wollte. Um ca. 23:00 Uhr, als wir uns so langsam ins Bett begeben wollten, begann tasächlich noch ein Straßenfest. Wir gingen, da bis 21:00 Uhr nicht annähernd derartige Aktivitäten zu verzeichnen waren, davon aus, dass erst am nächsten Tag was laufen sollte... . Sie sind schon manchmal lustig die Spanier. Oder besser Galizier?!

 

Und wir waren es an diesem Abend auch: Denn so machten wir uns dann noch zu später Stunde das eine und auch noch das andere Fläschchen Vino auf. Bin froh, das Dietmar und Katja ihre Summer noch gefunden haben...!

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© Martin Plassonke