12.08.2014 - SANXENXO

Von Muros nach Sanxenxo (34 SM)

 

Lautes Kettengerassel bendete jäh die noch vorherschende morgentliche Stille auf dem Wasser. Es war ca. 9:30 Uhr als wir die Fahrt Richtung Süden fortsetzten.

 

Noch lag Tau auf unserer GANESCHA. Doch die Wettervorhersage ließ auf einen schönen Tag hoffen. Mit quasi schwerem Herzen verließen wir bei seichten 10 Knoten Wind aus nördlicher Richtung einen Ort, den wir mehrere Tage in unser Herz geschlossen hatten.

 

Gefolgt von Dietmar und Katja auf ihrer SY Summer waren wir aber gleich nach der Ausfahrt aus der Bucht mit anderen Dingen beschäftigt: Die Fischerbojen reihten sich wiederholt wie an einer Perlenkette auf. Jedoch kreuz und quer anstatt wohl gereiht. Wiederholt war höchste Aufmerksamkeit gefordert, wenn wir eine Kollision bzw. eine Verknotung mit den Seilen vermeiden wollten.

 

Das Wetter wurde zunehmend schöner. Die Temperaturen waren seit Verlassen von La Coruna um mindestens 5 Grad durchschnittlich gestiegen. Und auch die Luftfeuchtgkeit, die uns im Norden Spaniens schon manchmal lästig war, verringerte sich zunehmend.

 

Nachdem wir den Bojenengpass verlassen hatten, legte ich eine Schleppangel mit Makrelenköder aus, was schnell reichlich belohnt wurde. Nach rund 30 Minuten hatten wir für 3 Tage genug Fisch an Bord. Frischer geht es nicht. Gedankt sei der Natur!

 

Allgemein gibt es von diesem Tourenabschnitt eigentlich nicht vieles zu berichten. Hinweisen möchten wir an dieser Stelle jedoch auf die Riffe, die auf der Höhe von der Ortschaft "O Curro" (siehe Foto) sowie vor der Ortschaft "Cuso" liegen!

 

Besonders wenn wir so entspannt sind, werden wir manchmal auch gerne nachlässig. Das könnte sich hier grausam rächen, denn die Riffs liegen praktisch genau auf der Route und sind bei Hochwasser kaum auszumachen! ALSO: Unbedingt Augen auf!

Und: bei schweren Wetterbedingungen einen riesen Bogen ... .  Aber wem erzähle ich das?!

 

Auch die Meerenge bei "Punta Faxilde" (Nähe A Lanzada) und der "Isla de Ons" ist bei stärkeren Winden wegen der starken Strömungen, Grundsee und der "Düse" mit größter Vorsicht zu genießen!

Selbst bei angenehmen 15 Knoten Wind musse ich am Ruder wirklich aufpassen. Und direkt in der Enge hatten wir plötzlich 18 - 21 Knoten Wind!

 

Bei der Umrundung der Landzunge von Paxarinas (kurz vor underem Ziel Sanxenxo) war erneut hohe Konzentration angebracht, da der Wind ungemein turbulent seine Richtung änderte. Da wir das vorher geahnt hatten, tauschten wir die Genua früh genug gegen die Kutterfock aus, was sich wieder gelohnt hat. Das Durchschlagen bei den plötzlichen Winddrehern haben wir nun mit den Schoten mühelos abfangen können.

 

Sogleich steuerten wir schnurstraks auf die Badebucht vor Sanxenxo zu. Dem Internet hatten wir zuvor die Preise für den zu dieser Zeit (auch wegen einer Festlichkeit) überfüllten und sehr überteuerten Häfen entlocken können.

 

Wieder gingen wir (bei 3 - 6 m Wassertiefe) vor Anker  - was auch die Bordkasse wieder sehr zu schätzen wusste. Doch, mehr als um unsere Bordkasse geht es uns vielmehr darum, uns inmitten der Natur aufzuhalten. Denn das mögen wir besonders gern.

 

Im Dingi klarieren waren wir mittlerweile Weltmeister, was unser lieber Goofy mit freudigem Gebell und Schwanzwedeln immer wieder bestätigte.

 

Das erste Anlanden war zunächst mit etwas Sucherei verbunden. Dicke Felsen vor der westlich gelegenen Landzunge z.B. lagen wenige Zentimeter unter der Wasseroberfläche. Direkt in den Yachthafen Portonovo wollten wir nicht. So schlängelten wir uns zwischen dem Hafen und der gegenüberliegenden Landzunge bis zum Strand vor. Den Motor hoch und das Dingi einfach an Land gezogen. Das klappte wie am Schnürchen, und schon hatten wir eine schöne Wiese für unseren besten Freund gefunden.

 

Abbildung der Bucht vor Porto Novo und Sanxenxo

 

Der Ort ist sehr vom Tourismus geprägt. Das Angebot an Restaurants vielfältig und sachlich in den Preisen. 

 

Am Westrand erstrecken sich Verkaufsbuden, beinahe wie auf einem Weihnachtsmarkt. Die Straße läd zum Bummeln ein.

 

Der Strand ist sehr sauber und die See ist weitestgehend ungefährlich. Von gefährlichen Strömungen haben wir nichts gehört. Viele Urlauber nutzen den Strand zum Laufen von einem bis zum anderen Ende und zurück.

 

Rundum ein recht angenehmer Ort. Vor Anker manchmal ein bisschen unruhig, da sich doch einiges an Motorfahrzeugen in der Bucht bewegt. Ab 23:00 Uhr wurden wir eines Abends mit lauter Musik beschallt. Nun ja, dass scheint wohl zu den Touristenmeilen einfach dazu zu gehören.

 

Zwei Tage bzw. Nächte haben wir hier verbracht. Alles in Allem waren wir recht zufrieden. 

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© Martin Plassonke