15.08.2014 - Ria de Vigo

Von Combarra in die Ria de Vigo - (Über Umwege ca. 25 SM)

Obwohl wir uns in Combarro sehr wohl gefühlt haben, machten wir schon am frühen Morgen des nächsten Tages den Anker auf. Sehr viel Zeit hatten wir bereits in dieser Region (Galizien) verbracht und nun wollten wir uns so langsam "auf die Socken machen", unserem eigentlichen Ziel - die Algarve in Portugal - nun doch bald näher zu kommen. So dachten wir zumindest.

 

Über die "Ria de Vigo" hatten wir bereits sehr viel gutes gelesen. Wir waren gespannt. Unter gesetztem  Großsegel zogen wir bei strahlendem Sonnenschein den Anker auf. Der Wind weht mit beinahe liebevollen 8 Knoten aus NW. Um die kleine vorgelagerte Insel herum konnten wir auch die Genua hinzunehmen und "hoch am der Windkante" unseren Weg Richtung Aktlantik aufnehmen. Einfach toll.

 

Noch angenehmer wurde es, als wir die Landzunge von La Roza umrundet hatt, und weiter vom Wind "abfallen" konnten. Bei nun rund 10 Knoten Wind rauschten wir mit ca. 6,5 Knoten unserem nächsten Ziel entgegen. Was für ein Spaß bei solchen Wetterbedingungen! Doch: "Hab immer wieder Acht vor den reichlich vorhandenen Fischerbojen"!

 

In der Meerenge der "Illa do Faro" frischte der Wind erwartungsgemäß auf. 15, 18 Knoten. Kein Problem, wir waren vorbereitet: 1. Reff in Groß, Genua rein Kutterfock raus. Aus dem Verkehrstrennungsgebiet haben wir uns östlich rausgehalten. Um die Ecke von "Punta Subrido" forderte der Wind uns wieder heraus. Totale Drehung nach SW. Das Großsegel haben wir dicht geholt, die Kutterfock nach BB geschiftet. Weiter ging die Fahrt.

 

Nach drei Kabellängen wieder ein Winddreher. Zurück auf NW, dann N. Die Fock ging wieder nach StB. Dann blieb der Wind einigermaßen konstant bei 12 Knoten aus N. Zwischen den Hügeln an Land bließes dann doch plötzlich kurz mit bis zu 18 Knoten. Aber mit der jetzigen Beseglung war alles in Butter.

 

Weiter hangelten wir uns dann wieder bei NW-Wind am Rande des Verkehrstrennungsgebietes entlang. Bei den guten Bedingungen hatten wir entschieden bis zum Ende der Ria  bis nach Porto de Portivo durchzufahren, weil dort wieder ein guter Ankerplatz auf uns wartete.

 

In der Letzten Enge angekommen war der Weg gespickt mit unzähligen schwimmenden Muschelzuchtbänken. Sie zogen sich sogar quer durch das Fahrwasser. Quasi zwischendurch hangelten wir uns um die letzte Ecke der Ria herum. Als wir am Hafen mit seinem großzügigen "Vorhof" ankamen, war an Ankern jedoch nicht zu denken.  Durch das im NO gelegene Tal donnerten plötzlich Fallböen mit über 25 Knoten auf uns ein..

 

Gut, gehen wir in den Hafen. Doch was, bei dem Wind? Auf keinen Fall! Wir hatten uns lange vorher ausgiebig mit den Gegebenheiten des Reviers beschäftigt. Der Wetterbericht sagte NW-W voraus. Dieses dann wohl "Lokale Ereignis" hatten wir nicht vorhergesehen. Was aber letztlich kein Problem für uns dastellen sollte.

 

Um eine Erfahrung reicher machten wir uns auf in den nur wenige Minuten entfernten Ort "Pontevedra Domaio". Eine kleine verträumte Marina, eher für die lokal ansässigen Bürger. Proppenvoll!. Mit einer Engelsgedult hangelten wir uns durch die enge Einfahrt, ca. 20 Knoten Wind, links und rechts nur wenige Zentimeter Platz.

 

Doch dann hatten wir es geschafft. Der einzige "vermeindlich" freie Platz. Kurz danach zum völlig überraschten Hafenmeister. Wie seid ihr den bei dem Wind hier reingekommen. Wo habt ihr fest gemacht? Ist alles heile geblieben?

 

Si. Si Senior, alles heile! Aber es ist doch alles voll!. Si Senior, aber der eine Platz war noch frei. No, nix frei!. Der Bootseigner kommt! Wann denn. Heute! Wirklich. Weis nix. Na vielleicht maniana. Ach, bleibt wo ihr seid. Buenas notsches!

 

Was für ein selten lieber Kerl. Er hat uns die Gegend ausführlich geschrieben, und weil wir aus seiner Sicht quasi "aus Seenot kamen" wegen dem starken Wind im Hafen um die Ecke, waren wir herzlich eingeladen und hatten die Übernachtung frei.

 

"Maniana aber, porvavor: Wenn kein Sturm, bitte anderen Platz suche". "Ehrensache"!

 

Als wir von unserem Bummel zurück kamen, war seine Bude leider geschlossen. Unter der Tür durch haben wir ihm dann ein Geschenk hinterlassen. So viel Freundlichkeit wollten wir nicht unbelohnt lassen.

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© Martin Plassonke