16.08.2014 - Moana

Von Pontevedra Domaio nach Moana (3,5 SM)

Am Abend nahm der Wind weiter zu. Der Wetterbericht hatte aber ein laues Lüftchen versprochen. Bis tief in die Nacht blies es, mitunter bis zu 25 Knoten. Wir waren früh wach. Der Wind auch. 18 Knoten zeigte die Anzeige um 07:00 Uhr.

 

Du, dass wird rasch mehr werden. Lass und unser Versprechen einhalten, jetzt, bevor es nicht mehr geht! Gesagt getan. Ohne Frühstück, ohne Gassigehen. Leinen los geworfen und durch die enge Gasse gehangelt - uff, das hat geklappt!!! Den Schweiß vor der Stirn.

 

Als wir gerade die erste Muschelzuchtplattform in wenigen Metern Entfernung erreichten, knallte der Wind plötzlich wieder voll auf uns ein. 25 Knoten, 28 Knoten. Man, echt Schwein gehabt. Wenn das in der Ausfahrt gekommen wäre?!?!

 

Die Marina in Moana, die wir vom Hafenmeister empfohlen bekommen haben, lag praktisch gleich um die Ecke. Nur mit der Kutterfock kamen wir nach wenigen 40 Minuten bereits an. Doch was nun. Der Hafen, der sich wie ein Keil immer weiter zu verengen schien, wollte uns keinen Liegeplatz präsentieren. Vorwärts rein, rückwärts wieder raus. Drehen war nicht.

 

Im Einfahrtsbereich war ein "Wartefestmacher". Klar, den nehmen wir! Nix da. Die Suppe versalzte uns der Hafenmeister schon wenige Minuten später - nur zum Einklarieren und nur im absoluten Notfall! Aber, ganz am Ende; aber da passt ihr glaube ich nicht rein, meine er.

 

Das werden wir sehen! Lassen sie es uns probieren, porvavor! OK. Probieren können wir. Was bei der Probieraktion raus kommen sollte, war mehr als glücklich für uns. Auf den letzten Zentimeter haben wir uns in den einzigen noch freien Platz gequetscht. Schon kurze Zeit später bemerkten wir, das es der best geschützte Platz im Hafen war - und - für eine Woche - haben wir 100,40 Euro bezahlt.

 

Man, was haben wir uns gefreut!!!

Eigentlich wollten wir ja nur ein bis zwei Tage bleiben und uns zügig Rchtung Portugal aufmachen. Doch bei so viel Verzückung konnten wir uns nicht losreißen. Eine Woche sind wir geblieben.

 

Warum nun Moana? Große Städte mit all dem Lärm, den Abgasen und dem ganzen hektischen Drumherum stehen eher nicht auf unserer Wunschliste. Bis auf gewisse ausnahmen natürlich. Vigo, welches wir zuerst auch ansteuern wollten, hat uns wegen der risigen Betonsilos in unmittelbarer Nähe der Marina gleich auf den erten Blick abgeschreckt. Ja, wir mögen es dann doch lieber naturnah und familiär. Und genau das hat uns Moana geboten.

 

Eine überschaubare Kleinstadt mit einer langen, romantischen Promenade. Fischmärkte, kleine Fachgeschäfte mit Fleisch, Gemüse, Brot, und ein schöner Strand. Dazu eine der besten Grillbuden in die wir je eingekehrt sind. Hinzu kommt das supernette Personal, als auch supernette Segler an den Stegen, mit denen wir viel Zeit verbracht haben. Was will man mehr?!

 

Zum Schutz vor unliebsamen Schwell war die Marina von einer Betonbarriäre umsäumt. Eigentlich unbehaglich. Doch wir haben es irgendwie genossen. Denn bei den Gezeiten mit ca. 3 m Tiedenhub fühten wir uns wie im Theater. Vorhang rauf, Vorhang runter.  Präsentiert wurde uns das Leben auf dem Wasser, der Blick über die Ria de Vigo, bis hin zu Vigo. Mit dem Fernglas konnten wir das Stadtleben dort beobachten.

 

Einige Male machte uns ein riesiger Delfin die Ehre indem er direkt vor (auf) unserer "Bühne" umher sprang und sielte. Manchmal auch in Begleitung. War es sein Mädel? Das haben wir nicht heraus bekommen. War aber auch nicht wichtig. Wir hatten auch ohne wissenschaftliche Analyse unseren Heidenspaß mit ihnen.

 

So vergingen die Tage wie im Fluge. Und irgendwann, nachdem der Hafenmeister uns höflich fragte, wir lange wir zu bleiben gedenken (wir hatten anfangs von zwei bis max. drei Tagen gesprochen), stellten wir fest, dass wir schon fast eine Woche hier lagen. Ups, äh, nun ja, morgen dann... . Ja morgen wollen wir los.

 

Die Endscheidung kam urplötzlich, und direkt aus dem Bauch heraus. Warscheinlich wären wir noch länger geblieben, hätte der Hafenmeister uns nicht wach gerüttelt.

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© Martin Plassonke