21.06.2014

Brunsbüttel - Cuxhaven

 

 

Einfahrt in die Schleuse Brunsbüttel.

 

Vor uns geht noch ein dicker Brummer durch. Um 9:15 Uhr war es dann für uns soweit.

 

Anlegen und Festmachen genau so wie in der Schleuse Holtenau. Da wir in Holtenau schon für beide Schleusungen bezahlt haben, blieb dieses mal der Gang zur Kasse aus.

Besucherplattform

Und plötzlich kam es dann ...

Ein letzter Gruß ...

... und die Emotionen gingen voll mit mir durch.

 

Da oben standen sie nun, meine Liebste und Goofy. Noch ein letzter Gruß bevor ... .

 

Was mache ich hier bloß. Haue einfach ab und lasse Frau, Kinder, Enkel, meinen lieben Goofy, die langjährigen Kumpels ...  - man, hat mich das umgehauen!!! ...

Das Tor zur Welt öffnet sich

Und dann ging es auf, das Tor zur großen weiten Welt. Ein bewegender Moment, den ich mit Worten nicht zu beschreiben weiß.

 

Ja, es stand nun auf, das Tor - viele Jahre erlebte ich diesen Moment in meinen Tag- und Nachtträumen. Ja, da war es nun. Ein Zwicken meiner selbst war nicht nötig. Ich wusste nun: DAS IST REAL, DAS IST LIFE!

 

Ich weiß nicht wie lange mein Zögern den Schalthebel nach vorn zu bewegen andauerte. Wieder und wieder dieser Blick zurück. Wo ist sie, meine Liebste Frau, wo sind alle die ich nun verlassen werde... . Ja hilft mir denn keiner? Mache ich einen Großen Fehler oder öffne ich mir/uns selber ein Tor für ein neues erfülltes Leben.

 

Die Qualen der Verantwortung aus der Vergangenheit die mich beinahe meines Lebens beraubten. Die Sehnsucht nach meinem alten Job, den alten Kunden und damit gewonnenen Freunden. Die Gedanken wurden wirrer und wirrer.

 

Plötzlich, der Ruf aus dem Lautsprecher der Schleusenanlage stoppte abruppt meine Verwirrtheit. Ich legte den Gashebel nach vorn und los ging die Fahrt. Ein kleines Stück Wegstrecke aus der Schleuse hinaus, doch ein unsagbar großer Schritt in ein ein neues Leben hinein ... .

Lass mich Dir an diesem besonderen Augenblick, lieber Uwe, einen persönlichen Gruß zukommen:

 

"Die Fahnen waren gehisst, als ich das Tor ins neue Leben querte"!

 

Ich hoffe wir sehen uns bald wieder!

Von den Tatsachen der viel befahrenen Elbemündung rasch eingeholt, querten wir alsdann bei ca. 6 Bft nur mit der Kutterfock direkt nach der Schleuse das Fahrwasser der Elbmündung und hangelten uns dann mit Unterstützung der Maschine zwar mit dem Strom aber dann doch gegen den heftig gegen uns setzenden Wind entlang des Tonnenstriches Richtung Cuxhaven.

 

Bei der Hafeneinfahrt zum Stadthafen angekommen strich ein häftiger Strom an der Einfahrt vorbei. Mit einem kurzen Vollgasschub haben wir uns von der Keymauer freigehalten und sind mit einem heftigen Schwung im Hafenvorbecken nach ca.3,5 Stunden Fahrt wohlbehalten in Cuxhafven angekommen.

 

Über Funk kontaktierten wir der Brückenwart, der uns 2 Minuten vor Brückenöffnung mitteilte, das diese alle halbe Stunde geöffnet wurde. Sogleich ging Sie dann auch auf und ebnete uns die Durchfahrt zum Jachthaben, der in der Näher des Fischereihafens praktisch im Herzen der Stadt liegt.

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© Martin Plassonke