22.06.2014

Stadthafen

Kurze (Zwangs) Pause in einem stinkenden Hafenbecken.

 

Am frühen Morgen wurde ich von einem seltsamen Blubbern unter dem Schiffyrumpf geweck. Oh man! Das Adrinalin schoss mir durch die Adern. Sumpfgase! Dafür kann es nur einen Grund geben. Wir liegen auf. Und tatsächlich. Wir hatten Ebbe, was ja nicht ungewöhnlich ist. Doch: Entgegen der Aussage des Hafeneisters, den ich am Abend zuvor nach der genauen Wassertiefe gefragt hatte, saßen wir mitten drin im Modder.

 

So ein Schurke. Er meinte dann anschließend, dass es ja wohl micht so wild sei, weil der Schlick ja weich wäre. Ich hätte ihn am liebsten durch die Hafenmauer getreten. Doch damit nicht genug: Als dann der Stromkasten fleißig Geld von meiner Karte abbuchte, ohne auch nur ein Watt an Energie dafür auszuspucken, musste ich diesen Mießmuffel leider noch einmal kontaktieren.  Inmitten meines Erklärungsversuches unterbrach er mich mit den Worten, Zitat: "Ich habe keinen Bock darauf", Zitat Ende. Was meinte er damit? War er gerade geistig abwesend? Erinnerte er sich in diesem Moment gerade an den ersten Blick Blick in den Spiegel von heute morgen? An meinem freundlichen Erklärungsversuch kann es doch wirklich nicht gelegen haben?!

 

Kuzum meinte er, ich sei wohl zu blöd den Kasten zu bedienen. Eine Nachbarin, die dort einen festen Liegeplatz hatte, und die übrigens gut kannte, brachte es leider auch nicht fertig, dem Kasten ein paar Watt abzuringen.

 

Das Spiel mit dem Hafenmeister wiederholte sich.

 

Ich will mich beruhigen. Aber, wie man solche Leute auf die Menschheit loslassen kann, will mir einfach nicht in den Kopf. Und sollte mich eines Tages die Meute hetzen oder mir die Flut durch die Bude zu strömen drohen, diesen Nest werden ich in Zukunft im großen Bogen umfahren!!!

 

Es gibt nicht mal einen Internetanschluss. Zur Toilette braucht man ein gehörig trainiertes Paket Schließmuskeln um die Distanz gefahrlos zu meistern.

 

Alles in Allem: Dieses Cuxhaven, mögen mir die guten Seelen in diesem Ort verzeihen, hängt mir zum Halse raus, wie die Zunge eines nach Beute lechtzenden Koyoten. Noch nie in meinem Leben habe ich so viele gefrustete, erbärmich unnahbare und unfreundliche Mießmuffel auf einem Haufen gesehen, wie in diesem Cuxhaven.

 

Tschüss Stadthafen Cuxhaven, auf nimmer Wiedersehen!

Die hochprofessionelle Bedinungsanleitung (Aus dem Dänischen übersetzt)
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Martin Plassonke