22.09.2014 - Sines

Von Oeiras nach Sines 52 SM

Eigentlich wolltenwir ja gar nicht mehr hier weg! Mit so vielen Leuten haben wir uns angefreundet, täglich im Pool geplanscht und oder uns auf den Wanderwegen abgestrampelt. Ja, hier hat es uns annichts gefehlt!

 

Doch wer sagte einst: "Wenn's am schönsten ist dann sollst du gehen"! Bis heute haben wir nicht klären können, ob das richtig ist, aber wir taten es dann. Die Algarve war für uns für dieses Jahr das Minimum, welches wir uns zum Ziel gesetzt hatten.

 

"Sines" hies unser heutiges Ziel und lag rund 52 SM entfernt. Als wir früh morgens die Marina verließen hatten wir eine leichte Briese aus West kommend. Die Segel ließen wir unten, da zu wenig Wind und ungemein viel Verkehr unseren Weg kreuzte. Einem riesigen Ausflugdampfer der von einem portugisischen Zerstörer bebleitet wurde, mussten wir weiträumig ausweichen. Nach dem Quer zu uns reichendem Fahrwasser dann das Flachgebiet an BB-Seite.

 

Rund zwei Stunden fuhren wir unter Motor und setzten dann versuchsweise die Genua hinzu. Das brachte einen halben Kn mehr Fahrt und die Motordrehzahl reduziertenwir um 150 Umdrehungen. Bei dem Quer setzenden Schwell ware das Großsegel zu setzen nicht angebracht, denn es hätte permanent umhergeschlagen.

 

Mit 7 Kn ging es soit weiter auf Sineszu. Rund 5 SM zuvor frischte der Wind plötzlich aus W kommend mit bis zu 17 Kn auf. Das Groß kam raus und wir zischten dahin.

Vor Sines nahm die Wellen deutlich zu, und auch Böen mit bis zu 22 Kn stellten sich ein. Das Groß ging sogleich in 2.Reff, und die Genua wurde gegen die Kutterfock getauscht.

 

So wäre ich gerne in Oeiras gestartet. Bis 8 Knoten bei wenig Krängung mit dieser Besegelung. Das macht Spaß! Und schon rauschtenwir in die Marina von Oeiras ein. Geich der erste Steg wurde uns von einemMarinero zugewiesen. Längseits machten wir fest. Der Wind drückte uns leicht vom Steg ab, so dass de einkommende Schwell nicht für Unbehagen sorgte. In der Marina glasklares Wasser. Die Umgebung industriell. Kein Ort für längere Aufenthalte. Nein, eher ein Durchfahrtshafen.

 

Wegen dem Wetter blieben wir dann doch ganze zwei Tage u. Nächte. Die Zeit vertrieben wir uns mit Gesprächen mit anderen Seglern. Patrik von der SY Silmaril kam um angeln zu lernen. Zwei Dicke Drückerfische zogenwir binnen zehn Minuten. Und schon stand ein Marinero auf dem Steg: "Angeln streng verboten"! Ich frage mich 1.: warum, und 2.: wie hat er das aus ca. 500 m Entfernung mit bekommen?!

Mit händenden Köpfen stellten wir die Jagt ein. Am Abend zuvor hatte ich schon einen dicken Brocken für uns gefangen. Das genügte.

 

Kurz danach kam ein recht schönes, millionenschweres Motorboot um die Ecke, dem wir beim Anlegendirekt vor uns zur Hand gingen. "U2 Baby" hieß es. Sein Kapitän sah mit seinen langen krauseligen Haaren aus wie ein Musiker. Von der Gruppe U2, fragte ich mich!

 

Nein, war er nicht, sondern Abbruchspezialist aus England. "Hey, gibt es denn wirklich noch Lizenzen für solche Spritfresser", fragte ich ihn frech sogleich bei der Begrüßung. " Wenn du genug auf den Tisch legst ist das kein Problem" konterte er gekonnt. Diese Weise der Annäherung hat uns beide so inspiriert, dass wir sie sogleich mit einem Gläschen besiegeln mussten. Die Freundschaft und der Kontakt besteht bis heute. Und gerade auch das ist so wunderbar "beim Segeln"!

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Martin Plassonke