24.09.2016 - Sagres

Von Sines nach Sagres 66 SM

 

Abgesehen von den netten Kontakten in Sines waren wir froh, den Ort nach zwei Tagen verlassen zu können. Vom Industriehafen wehte Benzingeruch rüber und der in die Marina setzende Schwell war  nicht gefährlich aber auch nicht sehr angenehm.

Trotzdem Dank an seine Erbauer, es ist gut das sie existiert!

 

66 SM waren es nun bis Sagres. Hoffentlich passt das Wetter dort, denn es gibt dort keinen sicheren Anlegeplatz. Nein, dort gehst du nur vor Anker, oder fährst ca. 15 SM weiter bis Lagos. Und genau das wollten wir wegen Goofy nicht, denn es wären rund 2,5 Stunden länger Warten für ihn bedeutet. 

 

Zu unserer großen Freude passte an diesem Tag alles. 14 Kn Wind aus W bis W-NW, seichte Dünung, keine Windwelle, strahlender Sonnenschein. Mit bis zu 7,8 Kn kamen wir sehr zufrieden voran. Gelegentlich amüsierten sich zu unserer Freude Delfine in unserer Bug- u. Heckwelle. Auch Fischerbojen waren kurz nach Sines nicht mehr auszumachen.

 

Erst kurz vor der Südspitze bei Sagres legten Dünung und Wind wieder recht ordentlich zu. !. Reff ins groß und weiter gings. Ein ca. 30 m langer Schoner, der wohl in dieser Gegend mit Turisten unterwegs war, konnte uns nicht entfliehen. Bis Sagres ging die Regatta, dann bogen wir in die südlich gelegene Bucht ein.

 

Dort lagen bereits mehrere Yachten, denen wir unterwegs schon mehrfach begegnent waren, vor Anker. Eine wirklich schöne Bucht! Doch etwas störte mich. Es wr der Schwell, der bis an den Strand hinein lief, und derWetterbericht hatte ab 02:00 Uhr Nachts Wind aus SW vorher gesagt. Wenn auch nur bis 10 Knoten. Aber so recht glaube ich den Fröschen nicht mehr alles.

 

So fuhren wir weiter in die Ecke herum, bis anden Nordzipfel der Buch. Doch hier knallten plötzlich Fallböen von bis zu 27 Knotenauf unsein. Nee, so auch nicht. Wieder Richtung Süden, kurz vor den Ponton der Fischerboote. Hier war es absolut ruhig. Der Platz zumAnkern war wegen der Steine nicht ideal. Letztendlich fanden wir aber für uns das richtige Plätzchen und ließen gut gelaunt den Ankerfallen.

Ankern vor Sagres

Nun noch schnell das Schlauchboot zu Wasser und ab mit Goofy an Land. Die Anlandung stimmte uns trotz der schönen Überfahrt aber sogleich traurig. Alles sah recht verarmt und so aus, als sei sämtliche turistischen Investitionen an diesem Ort vorbei gezogen.

 

In den Containerbüros der Tauch- u. Angelfahrtenanbieter standen erwartungsvoll und recht einsam die Mitarbeiter. "Absolut tote Hose" würde man sicher bei uns zu Hause sagen!

 

Bei diesem Anblick wollte nicht so recht gute Stimmung bei uns einziehen. Als wir vorbei gingen, waren praktisch alle Blicke auf unsgerichtet, wohl in der Erwartung irgend eine Buchung zu tätigen. 

 

Doch echt verwunderlich, wie wir meinen. Der Ort hat so viel zu bieten, ein prächtiges Tauch- und Angelrevier, wo auch noch kapitale Buschen zu Sehen und zu Angeln sind. Ein wunderschöner Strand an der Südseite, tolle Wanderwege, Platz für eine riesige Marina, die letzte Bratwurstbude vor Amerika!, usw. usw..

 

Uns kam es so vor, als fehlte es lediglich an Beziehungen zu den richtigen Geldgebern. Mit einem richtigen Händchen und einer wohl dosierten Portion Kapital ließe sich dieser verschlafene Ort in fruchtbaren Business verwandeln. Hoffentlich wird sich bald was ändern - wir wünschen es euch von ganzem Herzen!

 

Obwohl wir nach dem Turn doch recht müde waren, erkundeten wir auf Schusters Rappen großräumig die Umgebung. Hügel rauf, Hügel runter. Abgesehen von dem verarmten Eindruck hat es uns aber schon gefallen... .

 

Dann ab ins Schlauchboot zurück zu GANESHA. Irgendwie war uns beiden nicht ganz wohl dabei, das Boot unbeaufsichtigt zu lassen. Als wir vom Anleger ablegten fiel uns noch ein graues Schlauchbbot aus, das ziemlich herrunter gekommen aussah, aber wohl noch im Einsatz war?! ...

 

Bei GANESCHA angekommen schien alles in bester Ordnung. Rund 70 m von uns entfernt war zwischenzeitlich ein Yacht mit Brittischer Flagge vor Anker gegangen.Nun waren wir nicht mehr allein. 

 

Im Cockpit aßen zu Abend und wollten gerade nach unten gehen, als plötzlich lautes Geschreie vom Engländer zu uns rüber schallte. Ein Bombenstreit muß dort vom Zaun gebrochen sein: " ... und wie oft habe ich es dir schon gesagt. Es wird sich nie ändern. Nein, es wird immer so bleiben ...!" Schallte es zu uns herüber. Nach einer halben Stunde wurde es wieder ruhig. Auch der Atlantik hatte ein Einsehen und blieb diese Nacht glatt wie ein Kinderpopo... .

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© Martin Plassonke