Albufeira 2014

Albufeira

Einen Tag nach dem wir in Albufeira angekommen waren, wussten wir nicht, ob wir Freude oder Trauer empfinden sollten. Irgendwie schien sich gerade beides in uns abzuspielen:

 

Freude darüber, all das erlebt zu haben, was hinter uns lag. Vor allem aber, alles wohl behalten gemeistert zu haben, was sicherlich nicht selbstverständlich ist, wie jeder weiß!

 

Trauer deshalb, weil nur noch wenige Tage blieben, unserer geliebten GANESCHA für einige Monate den Rücken zu kehren und das hervorragende Wetter hierzulande gegen die Feuchtigkeit und Kälte des Nordens zu tauschen. Aber, wie gesagt: Es is ja wie es is. Das eine will man, das andere muss man.

 

Den heutigen Tag verbrachten wir damit, die nähere Umgebung auszukundschaften. In der Marina fingen wir damit an. Erst einmal Leute kennen lernen und aushorchen. Das ging gleich prima. Emil und Marita, Hinni, Bernd, Hageh mit Frau um nur einige zu nennen. Ja, beinahe wie daheim. Neue Kontakte, die sich wie lang vertraut anfühlten. Nett und unkompliziert. So erfuhren wir erst einmal die wichtigsten Gegebenheiten: Wo einkaufen, lecker Essen gehen, Ersatzteile, was lohnt sich anzuschauen, und was nicht etc.. Ein toller Auftakt.

 

Dann nahmen wir die Beine in die Hand und machten uns auf, die nahe liegende Altstadt mit ihrem wunderschönen Strand zu erkunden. Berg rauf, Berg runter. Eine Hügellandschaft wie in den Alpen. Ein bisschen wärmer war es hier aber wohl schon.

 

Nach rund 15 Minuten Fußmarsch entfernt von der Marina: Schöner Blick auf den Strand

 

Am Strand angekommen plantschen wir durch's Wasser. Goofy war kaum noch zu bremsen. Was für ein Spaß, inmitten der Stadt, so ein schöner Strand.

 

Einen (gedanklichen) Blick zurück nach Lagos konnte ich mir nicht verkneifen. Einen Vergleich gibt es nicht, denn unterschiedlicher können die Konzepte der Orte nicht sein. Aber jeder der beiden Ort hat etwas interessantes das war auch hier bereits am ersten Tag deutlich zu erkennen. Auch Albufeira so finden wir, ist in jedem Fall eine Reise wert.

 

Zufrieden zurück in der Marina ließen wir diese einmal auf uns wirken. Auch hier kann ein Vergleich zu Lagos nicht gestellt werden. Auch hier können die Konzepte nicht unterschiedlicher sein. Logos ist offen und romantisch von Palmen umringt. Die Marina Albufeira liegt in einem Tal und ist quasi ringsrum von Beton eingepfercht. 

 

Architektonisch ein Denkmal der Gräuslichkeit. Nur wenige Meter breit ist der Korridor, der das Hafenbecken zu den mehrstöckigen Appartment-Betonklötzen trennt. Zwar auch hier ein Restaurant neben dem anderen. Die Angebote aber schwanken zwischen total abscheulich bis viel zu teuer. Dazwischen findet man wenig. Ein Amarenabecher Eis kostet rund 10 Euro. 

 

So viel Konzeptlosigkeit haben wir selten erlebt. Sicherlich wird man sagen: Was für ein hartes Urteil. Aber man darf, wie wir finden, den Planern ruhig mal die Meinung sagen. Ausgetragen wird die Sache nämlich leider von den Geschäftsbetreibern, die brutal am Hungertuch nagen. Für die fanden wir in zweifacher Hinsicht tiefstes Bedauern: 1. Weil absolut "Tote Hose", und 2. auch nicht der geringste Ansatz vorhanden schien, mal etwas anderes auszuprobieren. Beispielsweise die Kochrezepte den Geschmäckern der internationlen Gäste anzupassen.

 

Von mehreren Seglern bzw. hier schon länger liegenden Yachties erfuhren wir, dass schon viele versucht haben, mit gut gemeinten Tipps etwas zu bewirken. Wohl leider vergeblich, wie wir schon am zweiten Tag feststellen konnten. Es wird weiter erfolglos vor sich hin gepröddelt... .

 

Um so erfreulicher hier zu liegen ist, dass die Marina die wohl sicherste des Landes ist. Auch schwere Stürme können ihr nichts anhaben, da sie von Land umringt ist, und die Einfahrt nicht nach SW offen steht. Denn wenn es an der Algarve feste tobt, dann aus dieser Richtung.

 

Auch die Mitarbeiter/innen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Die Preise fair. Besonders hervorheben möchten wir die Fairness der Betreiber uns gegenüber in folgender Hinsicht: Wir wussten nicht wie lange wir hier liegen wollten. Buchten zunächst für drei Monate, mit dem damit vorgesehenen Rabatt.

 

Nachtrag:

Von Zuhause verlängerten wir noch einmal um zwei Monate, und bekamen auch dafür den 3- Monatsrabatt. Als wir später nochmals um einen Monat verlängerten, bekomen wir RÜCKWIRKEND auf die gesamte Zeit den Rabatt, der für sechs Monate vorgesehen ist! Für diese Fairness möchten wir uns an dieser Stelle recht herzlich bedanken!

 

Es gibt einen Fahrrad- u. Bootsverleih, Angelfahrten, Tauchtouren, Spaßfahrten mit Speedbooten, Fallschirmfliegen. Am Strand gibt es eine riesige Rutsche für die Kinder, beste Einkaufsmöglichkeiten (Aldi u. LIDL liegen visavi) und vieles vieles mehr

 

Die nächsten Tage verbrachten wir damit, GANESCHA für unsere Abwesenheit vorzubereiten. Da gab es allerhand zu tun. Den Rumpf vom Salz befreien, gründlich reinigen, polieren und wachsen. Ein Job der 4 Tage dauert. Alle Edelstahlteile polieren und konservieren, ein Tag. Segel einpacken und Wanten entspannen. Die Liste war lang.

 

Der Abreisetag rückte näher und näher und wir kamen am letzten Tag so richtig ins Schwitzen: Am späten nachmittag meldete die Spannungsüberwachung einen Fehler. 14,8 Volt standen an. Warum auch immer. Na besser jetzt, als in unserer Abwesenheit. Nach rund zwei Stunden der Sucherei fanden wir heraus, dass die Solarregler eine Impuls von den "Batteriepulsern", die wir zum Schutz vor einer etwaigen Sulfatierung der Batterien eingebaut hatten, bekommen hatten, und anfingen verrückt zu spielen.

 

Da kommt dann plötzlich Panik auf. Denn das Thema "Batterien an Bord" kann heikler nicht sein. Und da wir unsere gerade im Vorjahr eingebaut hatten, empfand ich die Sache besonders sensiebel - besonders wenn es einen Tag vor der Abreise passiert, und du nicht weißt, ob zu die Sache in den Griff bekommst. 

 

Mitten in der Nacht war es dann soweit. Der fahrer des Shuttles stand pünktlich an verabredeter Stelle bei der Marina. Der Service ist sehr gut organisiert und dazu recht preiswert. Rund eine Stunde später waren wir am Flughafen in Faro. Ade schönes Portugal, wir kommen wieder und freuen uns schon jetzt darauf!

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© Martin Plassonke