Die Crew ist gekommen

 

 

Am Dienstag den 16.07. war es dann so weit.

Violetta und Goofy sind im Anflug.

 

 

Zwei Tage

zuvor habe ich Werner und Elke von der Segelyacht (I'm so sorry, der Name will mir im Moment einfach nicht einfallen) kennen gelert. Wir saßen mehrfach beieinander.

 

Wie der Zufall

es wollte, hatten die beiden ein Auto gemietet, um einen mehrtägigen Tripp durch die Lande zu unternehmen. Nach 30 minütigem Fußmarsch erreichten wir gemeinsam das Büro der Autovermietung. Freundlich wurden wir auch in das Navi eingewiesen. Die Umschaltung auf "Deutsch" hätten wir besser erst später vorgenommen! Denn dadurch machte die Dame einen Fehler bei der Programmierung. Und es wollte patu kein Ziel (den Flughafen) annehmen.

 

Nun kam

so langsam Panik auf. Die Uhr tickte unaufhörlich. Die Maschine sollte um 13:05 Uhr landen und es war mittlerweile 12:40 Uhr. Wagemutig steuerte Werner den Wagen erst einmal aus den engen Gassen heraus. Die Grobe Richtung war uns bekannt. Auf der Hauptstraße der Stadt angekommen, sahen wir ein Hinweisschild zum Flughafen.

 

Doch

die Nerven lagen blank. Werner stoppte und versuchte das Navi zu beschwören. Ohne Erfolg. Dann fuhr er weiter. Elke und ich versuchten weiter das Ding zu überzeugen, seine Arbeit aufzunehmen. Auch das blieb ohne Erfolg. Eine weitere Beschilderung tauchte auf. 12:55 Uhr, oh weh, ob das gut geht?! Aber wir waren wohl auf dem richtigen Weg.

 

13:00 Uhr

bogen wir von der Autobahnähnlichen Straße ab, um eine langgezogene Kurve. Die ganze Zeit tippte ich nervös auf dem Navi rum. Und Plötzlich: „In 500 m haben sie ihr Ziel erreicht“. Ha, überlistet! Na supie. Doch diesen Satz hätte sich das Ding nun auch sparen können. Der Flughaven war bereits in Sicht.

13:05 Uhr hetzte ich mit einem kurzen Danke und tschüss ihr beiden aus dem Wagen raus Richtung Arrival Gate. Mir schoss plötzlich unser Nachbar aus unserem Heimatdorf durch den Kopf. Er war Feuerwehrmann. Eines Tages, als die Sirene heulte, schwang er sich auf sein Fahrrad. Seine Hose hing ihm noch auf den Knien … .

 

Der Flieger

war schon unten. Viele Passagiere verließen den Ausgang. Wo war meine Truppe. War ich zu spät?! Nicht auszudenken. Immer mehr Leute durchströmten das Tor. Wo war vermalledeit meine Truppe? Die Minuten des Wartens kamen mir wie Stunden vor. Meine Ungeduld wuchs. Schon ertappte ich mich bei dem Gedanken mich in den Arrival Bereich zu schmuggeln. Besser nicht, denn die Wächter hatten alles genau im Auge.

 

Man,

das gibt es doch gar nicht. Die müssen doch mitgekommen sein. Habe keine Nachricht bekommen, dass irgendetwas schief gegangen ist.

 

Bumm,

und da ging sie wieder auf, die Tür. Ja, da standen sie nun vor mir. Violetta strahlte, Goofy cool, als wenn nichts gewesen wäre. Gott sei Dank!

 

Ja,

so Violetta, "war alles prima". Goofy schien es in keinster Weise was ausgemacht zu haben. Ja, er schien fitter zu sein, als zum Zeitpunkt meiner Abreise.

 

Nun

holten wir uns erst einmal einen Gepäckwagen. Die Transportkiste für Goofy war riesig. Ob sie allerdings größer war als Violettas Koffer habe ich nicht so genau ausmachen können. Sei’s drum. Sie sind endlich da – hurra!

 

Alsdann

machten wir uns auf den Weg zum Busbahnhof gegenüber. In wenigen Minuten sollte er kommen. In der ganzen Aufregung blieb die Kamera leider in der Tasche. Es wäre wirklich gut gewesen, zumindest den Busfahrer festzuhalten, der den Anschein machte, als hätte er zum ersten Mal einen Hund gesehen. „NO PERROS (Hunde), NO PERROS, NO PERROS“, leierte es wie aus einer Endlosschleife aus seinem Mund. Der arme Kerl war steif, vor Angst, obwohl Goofy regungslos auf dem Bürgersteig lag.

 

Mit Händen und Füßen

verständigten wir uns auf folgendes: Wenn der Hund ein „Blindenhund ist, darf er mit“. Ist er aber nicht. Der Zug war abgefahren, wir hatten unsere dunklen Sonnenbrillen bereits abgenommen, und lügen wollten wir auch nicht. Irgendwie verstand der Fahrer dann wohl meine Frage, wie denn „normale Hunde“ im Bus mitfahren.

 

Mit

seinen Händen beschrieb er eine Box. Damit ist es erlaubt, si si. Dem armen Kerl war es in seiner Angst wohl entgangen, dass so ein riesiges Ding gerade vor seinem Bus stand. So zerrten wir es nicht in den Laderaum, sondern in die Fahrgastzelle, wo Goofy noch einmal Platz nahm, und die Sache war geritzt.

Der Bus fuhr los und für 4,50 Euro kamen wir nach rund 40 Minuten in La Coruna City an.

 

Doch was nun?

Wie zum Hafen? Kein Taxi in Sicht. Na dann: Ärmel hoch, Kiste auseinander gebaut, über den Kopf gestülpt und auf Müllers Sohlen durch die Stadt. Da ich mit der Kiste auf dem Kopf nur beschränkt Ausblick hatte, entgingen mir glücklicher Weise die Blicke der Passanten. Aber Violetta hat es schon getroffen.

 

Nach rund 20 Minuten

kamen wir erschöpft aber doch glücklich und zufrieden bei der Marina an. Selten so gelacht. Wir sahen wohl schon ein bisschen außergewöhnlich aus. Zum Glück muss man im Gegensatz zu Bootsfahrten bei Wanderungen keine Landesflagge hissen… .

 

 

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© Martin Plassonke