Erst mal alleine

 

 

 

Dass Mittagsschläfchen

am frühen Sonntagnachmittag tat mir gut. Eine Tasse Kaffee und die aus der Tiefe ausgegrabenen letzten Leckerlis erhellten zwar meine Stimmung, doch ein wirklicher Tatendrang wollte sich dennoch nicht so recht einstellen.

 

Ich war

nun ganz alleine an Bord. Erst am Dienstag werden Violetta und Goofy per Flugzeug aus der Heimat hier eintreffen. Zeit die Seele baumeln zu lassen, Zeit zum Nachdenken. Die Gefühle fuhren Achterbahn: Wie wird Goofy mit seinen 13 Jahren den Flug wegstecken? Wie wird Violetta mit der Distanz zu den Kindern und Enkelkindern klar kommen. Wird sie die Dünung des Atlantiks aushalten ohne Seekrank zu werden? War es wirklich richtig die Ostsee zu verlassen? Nun aber Schluss mit dem Gegrübel! Es wird schon alles gut gehen! Gehe raus in die Welt und entdecke, was sie dir zu bieten hat… .

 

Gut so,

darauf will ich trinken. Und so stand es dann vor mir: Das letzte, bis zu diesem Tag gehütete Bier aus der Heimat. Vielleicht fällt es schwer nachzuvollziehen was es in diesem Moment für mich bedeutete. Aber es war wie das sich plötzlich öffnende Tor der Schleuse des NOK. Es war wie das Tor zu einer neuen Welt.

 

Tief gekühlt

überflutete es mit vollem Genuss meinen Gaumen. Und wieder konnte ich die Tränen nicht zurückhalten. Ja, genau in diesem Moment bemerkte ich, dass ich dabei war, einen ewig tobenden Konflikt zu bewältigen. JA, ich werde dieses „Geschenk“ nun ohne Wenn und Aber annehmen. Schluss mit den Selbstvorwürfen. Ja, es steht mir zu und ich nehme es an, endgültig!!!

 

 

Das letzte Bier aus der Heimat
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Martin Plassonke