Santiago de Compostella

 

 

Es ist Dienstag der 29.07.

 

 

Der Wecker

klingelte mitten in der Nacht, also so gegen 06:00 Uhr. Was ist hier los? Wieso klingelt der Wecker? Au Backe, ja, heute wollten wir mit der Bahn nach Santiago de Compostelle.

 

Der Schwung

aus den Federn verlangte uns einiges ab. Normalerweise bellt Goofy uns erst so gegen 08:30 Uhr aus dem Bett. Na ja, hilft alles nichts. Das ziehen wir heute durch.

 

Frühstück

gab es quasi im Stehen. Schnell mit Goofy eine große Runde gedreht und ab auf's Fahrrad zum Bahnhof. Nach rund 30 Minuten feste in die Pedalen standen wir in der Ankunftshalle. Die Dame am Fahrkartenverkauf war ausgesprochen hilfreich. 10 Minuten später saßen wir im Zug, und los.

 

Die Fahrt

dauerte nicht einmal eine Stunde. 

 

 

Der Bahnhof

 

 

Mit unseren Fahrrädern

kämpften wir uns den Hang zum Stadtzentrum hinauf. Wir waren ein wenig in Eile, da wir Goofy an Bord lassen mussten. Wir hätten ihn nur in der großen Reisebox mitnehmen dürfen. Ein Aufwand der wohl keinem wirklich geholfen hätte. Auch der Gang durch die Gras- und Baumlosen Gassen hätte zum echten Problem werden können.

 

Auf jeden Fall

wollten wir an der so viel gepriesenen Messe teilnehmen, die um 11:00 Uhr morgens beginnt und rund eine Stunde andauern soll. Ca. 15 Minuten vorher saßen wir staunend und mit gemischten Gefühlen in der riesigen Kathedrale.

 

Die Kathedrale von Santiago de Kompostella

 

 

No Cameras porvawor,

no Cameras porvawor! So schallte es durch die Lautsprecher. Es war aber die Zeit der Messe damit gemeint. Vor- und nachher konnten wir draufhalten, was das Zeug hergab.

 

Permanent

zuckten die Blitze durch das Portal. Hunderte Besucher, Pilgerer usw. strömten nun in die Kirche. Alle wollten an der Messe teilnehmen. Zu unserer Verwunderung ging es nach einer kurzen Ansprache in Spanisch und English zunächst auf deutscher Sprache los.

 

Violetta

und ich waren deutlich bewegt. Ein wunderbarer Gesang der Priesterin füllte den Raum. Viele Besucher stimmten mit ein. Direckt hinter uns saß eine Junge Dame, die für Dieter Bohlen ein gefundenes Fressen gewesen wäre. Sie sang aus voller Tiefe so laut und schon, dass uns ganz warm um das Herz wurde. Ja, wenn wir der Kirche auch mit gemischten Gefühlen gegenüber stehen. Hier hat sie uns voll und im tiefsten Inneren berührt.

 

 

 

 

Wir nicht wissen ist,

was Jesus zu all dem Prunk gesagt hätte. Wir haben es für uns so ausgelegt: "Mit Speck fängt man Mäuse".

 

Nachdem

die Messe ausklang, ließen wir uns mit der Masse einfach durch die Gassen treiben. Unsere Wertsachen eng an uns gebunden, was wir auch jedem Besucher anraten möchten. Was wir dabei als sehr angenehm empfanden ist, dass alles ziemlich entspannt seinen Verlauf nahm, und wir nur zwei mal von Leuten angesprochen wurden, die uns etwas verkaufen wollten. Das haben wir an anderen Stellen schon ganz anders erlebt.

 

Nach einem

rund einstündigen Bummel durch die Gassen sahen wir uns an. Es bedurfte keiner Worte um den gemeinsamen Entschluss zu fassen, nun den Heimweg anzutreten. Und so saßen wir wieder auf unseren Fahrrädern, die wir in einer Gasse vor der Kathedrale angekettet hatten und saußen den Berg wieder herunter zum Bahnhof.

 

So gegen

16:30 Uhr waren wir wieder an Bord unserer GANESCHA. Goofy machte den Eindruck, als hätte er gar nicht mitbekommen, das wir weg waren. Auch die vergangene Zeit scheint er irgendwie verbaselt zu haben. Denn er hebte nur den Kopf, drehte sich um und schlief einfach weiter. Hey, wir sind's, deine Familie! Ach so, ihr seid's nur. Von unserem empfundenen Ungemach ihn alleine gelassen zu haben hatte er wohl auch nichts mitbekommen. Aber nun waren wir ja wieder da und Goofy schien rundum zufrieden.

 

Zusammenfassend gesagt

hat sich dieser Ausflug schon gelohnt. Unsere zwiespältige Einstellung zu dieser Pilgerstätte konnten wir durch unseren Besuch jedoch nicht ins Reine bringen... .

 

 

 

 

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© Martin Plassonke