Von Las Palmas de Gran Canaria nach Santa Cruz de Tenerife

Von Las Palmas nach Santa Cruz - 63 SM

Logge bei Ankunft:1384 SM

Logge bei Abfahrt: 1330 SM

Distanz: 54 SM

Motor: 984,9 h

 

01.07.2017

08:00 Uhr, und los geht's. Wieder mussten wir uns richtig aufraffen. Wieder haben wir uns an einen Ort gewöhnt, Einkaufsmöglichkeiten etc. in Erfahrung gebracht und viele Leute kennen gelernt... .

 

Groß ins 1. Reff, und unter Motor gegen den zunächst lauen Wind gen Norden. Nach rund 5,5 SM sollten wir Kurs hart am Wind legen können. Wind um 12 Kn aus 10 Grad war gemeldet. Na, ja, das kennen wir nun aber schon. So nun auch dieses Mal: Die Richtung stimmte, doch wurden aus 12 sogleich 18, 20, 24 Knoten... !

 

Drei SM nach Kurswechsel 298 Grad rund eine SM Nördlich der Fährlinie: BOOOM. Violetta lag unten. Ihr war trotz der grünen Äpfel bereits schlecht. Wellen bis 2,5 m kurz und abgehackt, als es auf dem Vorschiff knallte: Die Genua kam plötzlich runter. Nach Forne gesprungen um die Sache irgendwie zu retten. Der Kopf war gerissen, wie wir später heraus fanden. 

 

Mit aller Gewalt die bereits um 2 m gesackte, und nun schlagende  Genua notdürftig versucht aufzurollen. Leider mit wenig Erfolg. Eine Minute vor dem Geschehen wollte ich die Kutterfock setzen und die Genua einholen. Was für ein Tanz. Die Wellen kamen über Deck und ich musste mich derbe festhalten um drauf zu bleiben. 

 

Eine heftige "Sanduhr" bildete sich auf dem Vorstag, die arg im Wind um sich her schlug. Alleine konnte ich die Sache nicht bewältigen. Ab nach Hinten: "Boss, schaffst du die Refleine einzudrehen"?! Mit dem Brecheimer in der Hand quälte sich Violetta nach oben. Heute sollte sie die Prüfung zum "Absoluten Seemann" bestehen. "Arbeiten während du gleichzeitig kotzen musst". Jawoll, diese Prüfung hat sie heute mit Bestnote bestanden. So traurig es auch klingen mag - ich war mächtig stolz auf meine Frau!!!

 

Unter Kutterfock und 2. Reff im Groß ging es weiter. Violetta lag wieder wohlverdient in der Koje. Die "Grünen Apfel" waren nicht von der richtigen Sorte. Viel zu süß anstatt bitterlich sauer. Auch waren sie nicht Giftgrün, wie sie eigentlich sein sollten. So war ihr leider die ganze Überfahrt schlecht.

 

Nach rund acht Stunden liefen wir in den Hafen ein. Auf Kanal 12 vorher "Port Control" von unserem Einlaufvorhaben informiert (darum wird hier wegen der Dickschiffe gebeten). Anschließend auf Kanal 9 die Marina angefunkt. Deren Handfunke reichte aber gerade bis hinter die Hafenmauer.

 

Die Marina war kaum belegt. Wohl mehr als verständlich: Hoher Preis, stinkende Industrie und Fährschiffe, laute Arbeiten. Also alles was es zur Abschreckung seiner Gäste benötigt, war hier reichlich vorhanden. Die erste Nacht war ein Grauß von Lärm von den Generatoren der Fährschiffe, sowie deren stinkenden Abgase.

 

02.07.2016

Die Stadt bietet praktisch alles was eine größere Stadt zu bieten hat. Wir benötigten vor allem einen neuen Rollkasten im Mast. Bekommen haben wir ihn hier bei den ansässigen Bootsshops leider (zunächst) nicht. Dafür aber endlich ein schöne Abbildung von "GANESCHA".

 

Eigentlich wollten wir nach der ersten Nacht gleich weiter Richtung Süden. Da wir aber auf Freude warteten, sind wir noch eine weitere Nacht geblieben. Begeistert waren wir davon allerdings nicht, denn der Lärm und der Gestank war noch heftiger als in der Nacht zuvor.

 

Im Büro haben wir uns beschwert- ob's was bringt? Auch darüber, das die Stege teilweise auseinander fielen. An einer überstehenden losen Planke habe ich mir beim Ablegen noch einen Zeh rampuniert. Ja, hier hat es uns so gut gefallen ...! Frage mich, wie die Leute der "Atlantik Odissey" das hier aushalten?!

 

Bootszubehör bekommt man bei "Spinnaker" (in der Nähe Marina) www.spinnakercanarias.com, Tel.: 922 243 975 von 10:00 - 14:00 Uhr

oder bei La Marina (ca. 30 min Fußmarsch SW der Marina) www.lamarinatenerife.com, Tel.: 922 209 851 von 13:00 bis 15:00 Uhr geschlossen.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Martin Plassonke