Lanzarote 2016

06.06.2016 - Rubicon - Gran Tarajal, Fuerteventura

 

Logge bei Ankunft:1181 SM

Logge bei Abfahrt: 1139 SM

Distanz: 42 SM

Motor: 977,9 h

03.06.2016 - Noch einmal Lanzarote

 

Logge bei Ankunft:1139 SM

Logge bei Abfahrt: 1131 SM

Distanz: 8 SM

Motor: 974,2 h

02.06.2016 - Ade Lanzarrote, hallo Fuerteventura

 

Logge bei Ankunft:1131 SM

Logge bei Abfahrt: 1103 SM

Distanz: 28 SM

Motor: 968,9 h

28.05.2016 - Jungfernfahrt für Harry (Harald)

Ich war noch nie auf einem Segelboot! 

 

Logge bei Ankunft:1103 Sm

Logge bei Abfahrt: 1070

Distanz: 33 SM

Motor: 967,7 h

 

Bei TO - Stützpunkleiter Chaly in Arrieta haben wir uns kennen gelernt. "Ich war noch nie auf einem Segelboot! Das wäre echt der Hammer, wenn das mal klappen würde"!

 

Und das tat es ganz spontanisch. Der Wetterberich medete 7-9 Kn Wind aus W. Absolutt perfeckte Bedingungen für eine "Jungfernfahrt". Schnell noch Monique angerufen, ob sie auch mitkommt. "Nein, ich kenne die ja gar nicht. Die postraumatische Erfahrung der letzten Fahrt hat mir gereicht". Dann kam sie aber doch.

 

Um 12:00 Uhr in der Marina angekommen bereiteten wir GANESCHA im Eiltempo auf die Fahrt vor. 12:45 Anfahrt. Wunderbares Wetter. "Wir machten uns Richtung N auf. Wenn der Wind so bleibt, fahren wir bis La Graciosa und legen uns die Nacht vor Anker". Alle nickten zufrieden. Prima Idee.

 

Doch rund 1,5 Sm weiter kam plötzlich - so zu sagen aus "Heiterem Himmel"  ein Winddreher. Boing, aus 8 Kn W NW wurden 15 Kn NNO. Unserer Freude über unser Beisammensein tat das aber keinen Abbruch. Dann eben Marocco, scherzten wir.

 

Bis 17:15 Uhr kreuzten wir und gen N vor. Unsere Gäste machten sich prima, eine tolle Stimmung, ja, beinahe wie lang vertraut. Der Wind wehte teilweise böig bis 18, 19 kn auf, wir setzten das erste Reff ins Groß, und probierten auch die Kutterfock.

 

Da wir dem Wetterbericht für den nächsten Tag kein Vertrauen schenkten, tauschten wir das Großsegel gegen wei Schleppangeln aus und begaben und wieder in Richtung Arrecife. Auch wenn wir keinen Fisch landen konnten, waren wir alle rundum zufrieden.

 

In der Marina angekommen, machte sich Harry sogleich an den Herd uns zauberte eine leckere Malzeit, mit welcher wir den Tag und unser Zusammensein abrundeten und beendeten.

 

Was für ein schöner Tag - immer gerne wieder Ihr lieben!!!

27.05.2016 - Nach RAYMARINE Update (17.45) Kompass kalibriert

Kurze Fahrt aus der Marina heraus und ein paar Runden gedreht

 

Logge bei Ankunft:  1070 Sm

Logge bei Abfahrt: 1065

Distanz: 5 SM

Motor: 966,5 h

15.02.2016 - Zurück in Arrecife!

 

Zuhause konnte mich nichts mehr halten. Eigentlich wartete noch viel Arbeit im Garten auf uns. Aber: Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben!

 

Violetta wollte noch nicht mit. Ihren Flugtermin legten wir somit vier Wochen später, auf den 14. März. Na, endlich einmal Ruhe, so ganz für mich allein, meinte sie. Na, daraus wurde nicht sehr viel, waren doch die Enkelteufel als auch Mami und Papi gleichzeitig von der Grippe heim gesucht. Da hatte sie einiges zu rennen. Rund zwei Wochen wechselten die Infekte erneut von Einem zum Anderen.

 

Wenige Tage vor ihrem Abflug, brachten die Teufel dann auch noch Kopfläuse mit nach Hause, was für ein Schock - für Violetta. Als ich anrief, merkte ich sogleich, dass etwas geschehen sein musste. Kopfläuse sagte sie nur. Mir war alles klar. Das geht bei meiner Frau nun gar nicht. Alarmstufe ROT. Du hälst besser die Klappe - das tat ich auch. Wir telefonierten dann zwei Tage später. Gott sei Dank: Die Lage war unter Kontrolle!!!

 

11. - 12.04.2016 - Erster Ausflug des Jahres

 

Logge bei Abfahrt:  1024

Logge bei Ankunft: 1052

Distanz: 28 SM

 

Eigentlich wollten wir uns nur etwas weiter Richtung Süden bewegen - Richtung Playa Blanca, Rubicon, Lanzarote. Nach praktisch 8 Wochen Starkwind aus nördlichen Richtungen versprach uns der Wetterbericht nun endlich einen bombastischen W bis NW-Wind mit maximal 12 Knoten.

 

Genau das Richtige für den ersten Turn des Jahres. Dazu auch noch Sommenschein.

Um ca. 11:30 Uhr ging es los. Eile war nicht geboten, da nur rund 19 SM für heute vor uns lagen und wir es mit den Angeln im Schlepp gemütlich angehen wollten. 

 

Auf Höhe der Hafeneinfahrt rollten wir - tatsächlich bei ca. 8 Kn W - Wind die Genua aus. Und los ging es mit guter Fahrt. Herrlich, top Bedingungen! Die Angelköder sogleich in Schlepp genommen und auf Richtung Süden. Hurra, wir segeln wieder!

 

Wow, was für ein Vergnügen! Der Seegang beschränkte sich auf eine leichte Dünung mit max. einem Meter Höhe. Violetta hatte es sich eine halbe Stunde vorher "Antikotz"  in Form einer Pille eingeworfen. Alles sollte beim Startschuss der Saison 2016 rund laufen... .

 

Nach rund einer Stunde gemütlicher Fahrt bemerkte ich plötzlich, das Violettas große anfängliche Anteilnahme an der Fahrt schleichend einer unsagbaren Ermüdung gewichen war. "Was ist los"? "Was"? "Was ist mit dir, du hast doch die Nacht prima geschlafen"?! "Äh, ja, aber, ich weiß auch nicht was los ist. Bin total müde"!

 

Au Backe! Die Pille mit dem Wirkstoff "Dimenhydrinat" hatte ihr zugesetzt. Sie war von Mitseglern hoch gelobt: "Macht überhaupt nicht müde. Haben wir hervorragend vertragen"! Violetta aber nicht. Sie hatte einen vollen Durchhänger. Zum Glück war ihr aber nicht schlecht geworden... !?!?

 

Nach rund einer weiteren halben Stunde drehte der Wind dann aber nicht nur auf, sondern auch seine Richtung. Das Wetterversprechen löste sich wieder mit reinem Wunschdenken auf. Immer südlicher kam er auf, in Spitzen mit bis zu 20 Knoten. Immer weiter vielen wir vom Land ab, um noch bei Fahrt zu bleiben. Meine Motivation zur Playa Blanca zu kommen schwand dahin. Denn wir wollten dort in der Bucht vor Anker gehen. Bei S bis SW - Wind lässt man das aber lieben bleiben, wenn man in Ruhe seinen Schlaf genießen möchte.

 

Bis Porto Calero sind wir aufgekreuzt, in der Hoffnung dabei was an den Angelhaken zu bekommen. Mehrere Male überfuhren wir dabei die Riffkante, an der es mehrere hundert Meter in die Tiefe geht, und größere Raubfische sich gerne aufhalten. Scheinbar aber nicht heute, oder sie waren für unseren Köder einfach nicht in Stimmung... .

 

Da die Ankertraumblase vor Playa Blanca nun geplatzt war, enschieden wir, uns dem Wind gemütlich hinzugeben. So führte er uns in die Richtung zurück, aus der wir zuvor gekommen waren. Sanft wurden wir dahin getragen, und konnten somit das Lichtspiel das Sonne und Wolken welches sich an den Vulkanhüglen statt fand, wunderbar genießen. Ja, der Blick vom Atlantik auf die Insel ist vielfach wunderschön!

 

Begleitet von einer Tasse Kaffee und einem "Sündentörthen" (Rosinenschnecke) von LIDL drehte sich unser Unbehagen plötzlich in eine Top Laune. Warum unbedingt der Süden. Warum unbedingt heute. Es war uns in dem Moment egal, wo der Wind uns tragen wollte. 

 

Violetta war wieder einigermaßen auf die Beine gekommen, und konnte nun die Fahrt wirklich genießen. Na, morgen ist auch noch ein Tag, na klaro, vielleicht eben morgen, oder eben übermorgen. Niemand treibt uns, wenn wir es nicht selber tun.

 

Kurz vor 19:00 Uhr befanden wir uns wieder vor Arrecife. Jedoch nicht in der Marina, sondern in dem alten Vorhafen "Puerto de Arrecife". "Dann legen wir uns eben hier vor Anker", da waren wir uns einig. Doch das kleine Becken lag voller Boote. Der Grund ist steinig und nicht unbedingt ideal zum Ankern.

 

Hinter einer älteren Stahlyacht aus England fanden wir ein kleines Schlupfloch. Und da der Wetterbericht den Wind für die Nacht auf nahe "Null" versprach, haben wir die Gelegenheit genutzt, unseren Anker zwischen all den Booten  auf 5 m Wassertiefe bei Hochwasser fallen lassen. Tiedenhub in dieser Nacht 1,90 m.

 

Bis auf rund 15m kamen wir beim Schwoje an die englische Yacht heran. Alles schien prima. Ein kurzer Austausch mit dem Nachbarn über Kettenlänge und Richtung, Abend Essen, Ankerwächter eingeschaltet und ab in die Koje. 

 

Dabei blieb es aber keine fünf Minuten: Ohne wirklich ersichtlichen Grund schwojte GANESCHA hin und her. Dabei rollte die Kette mit einem unglaublichen Getöse über den steinigen Grund. Rauf, ab nach oben, die Kettenkrallen noch einmal neu setzen. Fünf Minuten später: Nichts geholfen. Oh Backe, was tun. In der Koje gebrübelt. Sssssssssh ssssssssh, summte es uns plötzlich um die Ohren. Licht an. Die Bude stand total unter Mücken.

 

Bei der Aktion mit dem Ankergeschirr haben wir nicht bemertkt, wie sich das Unterdeck heimlich mit den Biestern füllte. Mittlerweile 22:00 Uhr. Bbbrrrruuuuumm, rumpeldipolter, die Kette, das Boot schlingert, überall klappert es. Die Mücken machten sich über uns her. Die Schlafzimmertür zu, Licht an und auf Jagd gegangen. Mit rund 7-8 Stichen lag ich weit vorn vor Violetta, mit den Totschlägen auch.

 

Das Hochwasser drehte sich zum Ablauf. GANESCHA drehte sich hin und her, wie nun auch das bisschen Wind. Nach rund einer Stunde glaubten wir zumindest die Schacht gegen die Mücken gewonnen zu haben. Denkste. "Das gibt es doch gar nicht, wir haben doch alle erledigt"?! Bis in den Morgen hielten uns die Biester auf Trapp. Heute wissen wir warum: Durch den kleinen Schlitz unter der Schlafzimmertür haben sie sich durchgezwängelt. Das haben wir zuvor noch nicht erlebt. Eine nach der anderen. Mindestens 20 Stück haben wir erlegt. Mindestens 15 Stiche habe ich an mir gezählt. Violetta rund die Hälfte.

 

Was für ein krönender Abschluss unseres ersten Segeltages 2016!

 

12.04.2016 - Vor Anker in Arrecife

 

Der Wetterbericht: 6 Kn aus West! Na prima, da können wir bis morgen hier bleiben, das Schlauchboot mit Außenborder in Betrieb nehmen, GANESCHA weiter den Bauch schrubben und angeln. Weiterfahren nicht, da der Wind dann morgen auf Süd drehen sollte.

 

Um 11 Uhr waren wir wieder bei 16 Kn aus S, ja sogar SSO anstatt W! Die leichte, doch stetige Dünung wich einer kabbeligen Welle, die stetig höher wurde. Bis auf 5 Meter kam der Engländer nun zeitweise an uns ran. Sein Anker hatte sicht versetzt. Und nun plötzlich auch unser ein wenig. Um ca. 11:00 Uhr wollte der Engländer mit Frau und drei kleinen Kindern an Bord seinen Anker lupfen und nach Portugal segeln. Der Anfang seiner Reise war im wahrsten Sinne des Wortes steinig: Der Anker saß fest. Warum er mehr Kette gab weiß ich nicht. Und Rumms, tuschierte sein Heck unseren Bug. Zum Glück stand Violetta, die das Schauspiel hat kommen sehen, mit einem Bootshaken vorne und drückte ihn ab, was Schlimmeres verhinderte.

 

Nach einigem Auf- und Ab hob sich langsam der Anker. Die Winsch hatte schwer zu kämpfen. Was war los? Ein dicker Findling hatte sich in seinem Anker fest gekrallt und kam zusammen mit ihm hoch. Mit aller Kraft wurde versucht, den Stein irgendwie los zu werden. Das Boot driftete wieder in unsere Richtung. Und "plums"! Gott sei dank, der Stein hatte aufgegeben und war dahin zurück gekehrt, wo er her gekommen war. Nun konnten sie endlich Fahrt aufnehmen, und sich aus der Enge befreien. 

 

Der Wind nahm weiter zu. Unsere Kette streckte sich arg. Rund um uns herum tanzten die Boote auf den immer höher werdenden Wellen. Der niedriegste Wasserstand war rund eine halbe Stunde vorbei. Aber zwischen uns und dem Flachwasser lagen max 20 Meter. Zu wenig bei solchen Bedingungen. Was tun? Während ich nach einer Entscheidung suchte, bickte ich über das Heck ins Wasser, bis auf den Grund.

 

Was ich da zu sehen bekam, ließ keine Sekunde weiteres Grübeln mehr zu: "Raus hier, blos raus hier" schrieh ich Violetta zu, die unter Deck gegangen war, um sich einen Kotzeimer zu holen. Der Einsatz auf dem tanzenden Bug hatte seinen Tribut von ihr gefordert. "Bitte, geh nach Vorne und hänge die Kettenkralle aus. Ich muss uns von dem Mooringfundament das hinter unserem Ruderblatt liegt freihalten. Nur noch einen Meter und es kracht"!

 

Kotzübel schlich sie sich auf dem Tanzboden nach Vorne und nahm die Kralle aus der Kette. Beim Versuch Kette und Anker nach oben zu bekommen, versagten aber ihre Kräfte. Kreidebleich kam sie ins Kockpit: "Du, ich glauge das machst du besser selber". 

 

Zum Glück kam der Anker mühelos hoch. Leider aber in falscher Richtung, so dass ich ihn per Fernbedienung nicht ins Geschirr ziehen konnte. Also, Violetta hinters Steuerrad "gehängt", kurs halten. Ich nach Vorne, was für ein Tanz. Anker mit dem Bootshaken gedreht und rauf damit - Gott sei Dank! Das war knapp, und gerade noch mal gut gegangen. Nur noch einen Meter Rückwärts und es hätte es uns unser Ruderblatt gekostet! ... 

 

Rund 30 Minuten später waren wir zurück in der Marina. Nun plötzlich hier Westwind. Das Anlegemanöver klappte prima, trotz des von der Anlegebrücke ablandigen Windes mit rund 16 Kn, kamen wir prima rein. Uff, was für ein Tag! ...

 

Jedem Neuankömmling sei folgendes gesagt: Der Wind um die Kanaren kann hinter jedem Vulkanhügel aus einer anderen Richtung und teilweise mit starken Fallböen wehen. Also: Immer die Augen auf behalten!!!

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© Martin Plassonke